Die Gasrechnung ist zu hoch – aber wo fängt man an? Heizung runterdrehen? Fenster abdichten? Gleich die ganze Heizung tauschen? Die Wahrheit ist: Es gibt Maßnahmen, die Sie heute in fünf Minuten umsetzen können, und solche, die eine größere Investition erfordern. Alle bringen Einsparungen – aber in unterschiedlichem Umfang und mit unterschiedlichem Aufwand.

Dieser Ratgeber sortiert alle wirksamen Maßnahmen in vier Stufen: von sofort und kostenlos bis langfristig mit Investition. So finden Sie genau die Maßnahmen, die zu Ihrer Situation passen – egal ob Mieter oder Eigentümer, Wohnung oder Einfamilienhaus.

Tipp: Bevor Sie mit dem Sparen beginnen, sollten Sie wissen, wo Sie stehen. Unser Gasverbrauch Rechner zeigt Ihnen in Sekunden, ob Ihr Verbrauch über dem Durchschnitt liegt. Und unser Ratgeber Durchschnittlicher Gasverbrauch in Deutschland hilft Ihnen, Ihren Verbrauch pro Quadratmeter einzuordnen.

Gasverbrauch senken – Übersicht aller Maßnahmen von sofort bis langfristig mit Sparpotenzial in Prozent

Stufe 1: Sofort-Maßnahmen – kostenlos, heute umsetzbar

Diese Maßnahmen kosten nichts, erfordern kein Werkzeug und keine Fachkenntnisse. Sie können sie sofort umsetzen – und die Wirkung zeigt sich bereits auf der nächsten Gasrechnung.

Raumtemperatur um 1–2 Grad senken

Die wirksamste Einzelmaßnahme, die Sie sofort umsetzen können: Drehen Sie die Thermostate um ein bis zwei Grad herunter. Laut co2online spart jedes Grad weniger Raumtemperatur rund 6 % Heizenergie. Bei zwei Grad sind das bereits 12 %.

Als Orientierung für empfohlene Raumtemperaturen:

Viele Haushalte heizen unbewusst alle Räume auf die gleiche Temperatur. Allein die gezielte Absenkung in Schlafzimmer, Flur und Küche bringt spürbare Einsparungen – ohne Komfortverlust.

Richtig lüften: Stoßlüften statt Dauerkippen

Ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt die Wände aus, ohne den Raum wirklich zu lüften. Die Heizung arbeitet gegen den permanenten Wärmeverlust an – und der Gasverbrauch steigt erheblich.

Besser: Stoßlüften – 3- bis 4-mal am Tag die Fenster für 5 bis 10 Minuten weit öffnen, idealerweise mit Durchzug. So wird die verbrauchte Luft komplett ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen. Drehen Sie während des Stoßlüftens die Heizkörper ab (Thermostat auf Frostschutz oder aus), damit Sie nicht nach draußen heizen.

Heizkörper freihalten

Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen vor Heizkörpern blockieren die Wärmeabgabe. Die warme Luft kann nicht frei im Raum zirkulieren und die Heizung muss stärker arbeiten, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Achten Sie darauf, dass mindestens 20 cm Abstand vor jedem Heizkörper frei bleiben und keine langen Vorhänge vor den Rippen hängen.

Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen schließen

Wenn Sie das Wohnzimmer auf 21 °C heizen und die Tür zum 16 °C kühlen Flur offen steht, strömt warme Luft in den Flur ab. Das Wohnzimmer braucht länger zum Aufheizen, und der Flur wird unnötig miterwärmt. Türen geschlossen halten trennt die Temperaturzonen und spart Energie.

Rollläden und Vorhänge nachts schließen

Fenster sind die größten Wärmebrücken eines Gebäudes – besonders nachts, wenn es draußen am kältesten ist. Geschlossene Rollläden reduzieren den Wärmeverlust über die Fenster um bis zu 20 %. Dicke Vorhänge helfen ebenfalls, allerdings etwas weniger. Morgens die Rollläden wieder öffnen, um die Sonnenenergie zum kostenlosen Aufheizen zu nutzen.

Warmwassertemperatur prüfen und anpassen

Viele Warmwasserspeicher sind werkseitig auf 65–70 °C eingestellt – deutlich mehr als nötig. Eine Temperatur von 55–60 °C reicht aus, um Legionellenbildung zu verhindern und komfortabel warm zu duschen. Die Absenkung um 10 °C spart spürbar Gas, weil der Speicher weniger Energie braucht, um das Wasser auf Temperatur zu halten.

Duschen statt Baden

Ein Vollbad verbraucht etwa 120–150 Liter Warmwasser – eine 5-Minuten-Dusche mit Sparduschkopf nur rund 35–50 Liter. Das ist bis zu dreimal weniger Warmwasser und entsprechend weniger Gas. Wer täglich duscht statt zu baden, spart pro Person und Jahr mehrere hundert kWh Gas.

Stufe 2: Kurzfristige Maßnahmen – geringe Investition, schnelle Wirkung

Diese Maßnahmen kosten wenig (unter 200 €), erfordern einfaches Werkzeug oder einen kurzen Handgriff und bringen sofort spürbare Ergebnisse.

Heizkörper entlüften – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn Heizkörper oben kalt bleiben, gluckern oder trotz aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm werden, ist meistens Luft im System. Diese Luft verhindert, dass das heiße Wasser den Heizkörper vollständig füllt. Die Heizung arbeitet ineffizient und verbraucht mehr Gas, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.

Was brauchen Sie?

So entlüften Sie in 5 Schritten:

  1. Heizung aufdrehen: Stellen Sie alle Thermostate im Haus auf die höchste Stufe und lassen Sie die Heizung etwa 30 Minuten laufen, damit sich die Luft in den Heizkörpern sammelt.
  2. Umwälzpumpe abstellen (falls Sie Zugang dazu haben, z. B. im Heizungskeller). So bleibt die Luft stabil in den Heizkörpern und wird nicht im System umhergeschoben. Warten Sie nach dem Abstellen ca. 30 Minuten. Falls Sie keinen Zugang zur Pumpe haben, können Sie trotzdem entlüften – es dauert nur eventuell etwas länger.
  3. Gefäß unter das Entlüftungsventil halten: Das Ventil befindet sich an der Seite des Heizkörpers, oben gegenüber dem Thermostat. Setzen Sie den Entlüftungsschlüssel an.
  4. Ventil vorsichtig öffnen: Drehen Sie den Schlüssel eine Viertel- bis halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn. Sie hören ein Zischen – das ist die Luft, die entweicht. Halten Sie das Gefäß darunter bereit.
  5. Warten, bis Wasser kommt: Sobald ein gleichmäßiger, dünner Wasserstrahl (ohne Blubbern) aus dem Ventil tritt, ist die Luft raus. Drehen Sie das Ventil sofort wieder zu (im Uhrzeigersinn). Nicht zu fest anziehen.

Danach: Prüfen Sie am Manometer der Heizungsanlage (im Heizungskeller), ob der Wasserdruck noch im grünen Bereich liegt (in der Regel 1,0–1,5 bar bei Einfamilienhäusern). Ist der Druck zu niedrig gefallen, füllen Sie über den Nachfüllhahn Wasser nach. Schalten Sie die Umwälzpumpe wieder ein und stellen Sie die Thermostate auf die gewünschte Temperatur zurück.

Wann entlüften? Idealerweise vor Beginn jeder Heizsaison (September/Oktober) und immer dann, wenn ein Heizkörper gluckert oder ungleichmäßig warm wird.

Heizkörper entlüften in 5 Schritten – Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Entlüftungsschlüssel, Gefäß und Ventil

Programmierbare oder smarte Thermostate einbauen

Herkömmliche Thermostate halten die eingestellte Temperatur rund um die Uhr – auch wenn Sie bei der Arbeit oder im Urlaub sind. Programmierbare Thermostate lassen Sie Heizzeiten für jeden Tag individuell einstellen: morgens warm, tagsüber absenken, abends wieder hochfahren, nachts absenken.

Smarte Thermostate gehen einen Schritt weiter: Sie erkennen über Fenster-Sensoren offene Fenster und schalten die Heizung automatisch ab. Einige Modelle lernen Ihr Heizverhalten und passen sich an. Die Kosten liegen bei 30–80 € pro Heizkörper (ohne Einbau, meistens als einfacher Selbsteinbau möglich).

Laut Herstellerangaben und Praxiserfahrungen können programmierbare Thermostate den Gasverbrauch um 5–10 % senken – vorausgesetzt, sie werden konsequent genutzt und nicht manuell übersteuert.

Fenster und Türen abdichten

Undichte Fenster und Türen lassen kalte Luft herein und warme Luft hinaus – ein permanenter, unsichtbarer Energieverlust. Ein einfacher Test: Halten Sie ein brennendes Streichholz oder eine Kerze an die Fensterrahmen. Flackert die Flamme, sind die Dichtungen undicht.

Selbstklebende Dichtungsbänder aus dem Baumarkt kosten nur wenige Euro pro Fenster und lassen sich in Minuten anbringen. Für Türunterkanten gibt es Bürstendichtungen oder Zugluftstopper. Die Investition ist minimal, die Wirkung besonders in Altbauwohnungen spürbar.

Heizkörpernischen und Heizungsrohre dämmen

In vielen Altbauten sitzen die Heizkörper in Mauernischen mit dünner Außenwand – die Wärme strahlt direkt nach draußen ab. Eine einfache Reflexionsfolie (Alufolie auf Dämmstoff) hinter dem Heizkörper reflektiert die Wärme zurück in den Raum. Kosten: 10–30 € pro Heizkörper, einfacher Selbsteinbau.

Ungedämmte Heizungsrohre im Keller oder in unbeheizten Räumen verlieren ebenfalls Wärme, die nie in Ihren Wohnräumen ankommt. Rohrisolierungen aus dem Baumarkt (Schaumstoffschläuche) kosten wenig und lassen sich leicht selbst anbringen. Die Dämmung von Heizungsrohren in unbeheizten Räumen ist laut GEG sogar eine nachträgliche Pflicht für Eigentümer.

Stufe 3: Mittelfristige Maßnahmen – Fachbetrieb erforderlich

Diese Maßnahmen erfordern einen Heizungsfachbetrieb und kosten mehrere hundert Euro. Dafür bringen sie dauerhafte, teils erhebliche Einsparungen und amortisieren sich in der Regel innerhalb weniger Jahre.

Gasheizung warten lassen

Eine regelmäßig gewartete Gasheizung arbeitet effizienter, verbraucht weniger Gas und hält länger. Umgekehrt kann eine verschmutzte oder falsch eingestellte Heizung bis zu 10–15 % mehr Gas verbrauchen als nötig.

Was wird bei der Wartung gemacht?

Wie oft? Einmal jährlich, idealerweise im Spätsommer vor Beginn der Heizsaison. Viele Fachbetriebe bieten Wartungsverträge an, die einen festen jährlichen Termin und Vorzugspreise beinhalten.

Was kostet die Wartung?

LeistungKosten (ca.)Intervall
Gasheizung Wartung (Fachbetrieb)120–200 €Jährlich
Schornsteinfeger (Abgasmessung, Feuerstättenschau)60–120 €Jährlich bzw. alle 3 Jahre (Feuerstättenschau)
Wartungsvertrag (inkl. Anfahrt, Material, Notdienst)150–250 € / JahrJährlich

Ist die Wartung Pflicht? Ja – in mehrfacher Hinsicht. Die Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) schreibt regelmäßige Abgasmessungen durch den Schornsteinfeger vor. Die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) regelt die Schornsteinfegertermine. Und die meisten Mietverträge und Versicherungsbedingungen setzen eine jährliche Heizungswartung voraus. Bei Mietwohnungen trägt der Vermieter die Kosten der Wartung, der Mieter zahlt die Schornsteinfegerkosten über die Betriebskostenabrechnung.

Hydraulischer Abgleich durchführen lassen

Der hydraulische Abgleich ist eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen zur Senkung des Gasverbrauchs – und trotzdem in rund 70 % aller Heizungsanlagen in Deutschland nicht durchgeführt. Er sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Heizwasser versorgt werden.

Das Problem ohne Abgleich: Heizkörper in der Nähe der Heizungspumpe werden zu heiß, weil zu viel Wasser hindurchströmt. Heizkörper am Ende der Leitung bleiben lauwarm. Die typische Reaktion – Vorlauftemperatur erhöhen, damit auch der letzte Heizkörper warm wird – verschwendet Energie, weil die pumpennahen Heizkörper dann überheizt werden.

Beim hydraulischen Abgleich berechnet ein Fachbetrieb den Wärmebedarf jedes Raums und stellt die Thermostatventile so ein, dass jeder Heizkörper exakt die richtige Wassermenge bekommt. Das Ergebnis: gleichmäßige Wärmeverteilung bei niedrigerer Vorlauftemperatur.

Was bringt es? Laut Verbraucherzentrale und co2online spart ein hydraulischer Abgleich ca. 5 bis 15 % Heizenergie. Die Bandbreite hängt davon ab, wie schlecht die Anlage vorher eingestellt war.

Was kostet es? Im Einfamilienhaus 650 bis 1.250 €, je nach Anzahl der Heizkörper und Zustand der Ventile. In Kombination mit einem Pumpentausch (300–400 € extra) steigt die Einsparung auf durchschnittlich 290 € pro Jahr. Die Investition amortisiert sich in ca. 3 bis 4 Jahren.

Förderung: Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gibt es 15 % Zuschuss vom BAFA, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) sogar 20 %.

Heizungspumpe tauschen

Alte, ungeregelte Heizungspumpen laufen ständig auf voller Leistung – auch wenn die Heizung gar nicht viel Wärme braucht. Sie verbrauchen damit unnötig viel Strom (300–500 kWh/Jahr) und können auch den Gasverbrauch indirekt erhöhen, weil sie das Heizwasser mit zu viel Druck durch die Leitungen drücken.

Moderne Hocheffizienzpumpen passen ihre Leistung automatisch an den Bedarf an und verbrauchen nur 50–100 kWh Strom pro Jahr. Der Tausch wird am besten zusammen mit dem hydraulischen Abgleich durchgeführt.

Heizkurve optimieren lassen

Die Heizkurve bestimmt, wie stark die Heizung bei welcher Außentemperatur arbeitet. Werkseitig ist sie bei vielen Anlagen zu hoch eingestellt – die Heizung produziert mehr Wärme als nötig. Ein Heizungsfachmann kann die Heizkurve in wenigen Minuten anpassen, sodass die Vorlauftemperatur nur so hoch ist wie tatsächlich benötigt. Diese Maßnahme ist oft Teil der Wartung und kostet separat kaum etwas – bringt aber eine spürbare Einsparung.

Stufe 4: Langfristige Maßnahmen – größere Investition, maximale Wirkung

Diese Maßnahmen erfordern eine Investition von mehreren tausend Euro, bringen dafür aber die größten Einsparungen und wirken über Jahrzehnte. Viele werden staatlich gefördert.

Gebäudedämmung: Dach, Fassade, Kellerdecke

In einem ungedämmten Altbau gehen bis zu 35 % der Heizwärme über das Dach verloren, 25 % über die Fassade und 10 % über den ungedämmten Keller. Eine nachträgliche Dämmung reduziert diesen Wärmeverlust drastisch:

MaßnahmeGeschätzte Einsparung am GasverbrauchKosten (EFH, ca.)
Dachdämmung (Zwischensparren oder Aufsparren)15–25 %8.000–20.000 €
Fassadendämmung (WDVS)15–25 %15.000–30.000 €
Kellerdeckendämmung5–10 %2.000–5.000 €
Oberste Geschossdecke dämmen (statt Dach)10–15 %1.500–4.000 €

Die Kellerdeckendämmung ist dabei das beste Verhältnis von Kosten zu Einsparung. Sie kann teilweise sogar in Eigenleistung durchgeführt werden und amortisiert sich oft schon nach 3–5 Jahren.

Förderung: Die BEG Einzelmaßnahmen (BAFA) fördert Dämmmaßnahmen mit 15 % Zuschuss, mit iSFP sogar 20 %. Die KfW bietet zusätzlich zinsgünstige Ergänzungskredite.

Fenster austauschen

Alte Einfachverglasung oder undichte Doppelverglasung aus den 1980er-Jahren ist einer der größten Wärmeleckagen in Altbauten. Moderne Dreifachverglasung mit einem U-Wert von 0,6–0,8 W/(m²·K) reduziert den Wärmeverlust über die Fenster um bis zu 70 % gegenüber Einfachverglasung.

Der Fenstertausch lohnt sich besonders in Kombination mit einer Fassadendämmung, da neue Fenster in einer ungedämmten Wand zu Kondensationsproblemen führen können. Kosten: ca. 500–1.000 € pro Fenster (inkl. Einbau), für ein Einfamilienhaus mit 15 Fenstern also 7.500–15.000 €. Förderung ebenfalls über BEG Einzelmaßnahmen möglich.

Heizungsmodernisierung: Brennwertkessel

Wenn Ihre Gasheizung älter als 15–20 Jahre ist, arbeitet sie wahrscheinlich mit einem Wirkungsgrad von nur 70–85 %. Ein moderner Gas-Brennwertkessel erreicht bis zu 98 % Wirkungsgrad, weil er auch die Wärme aus den Abgasen nutzt, die bei alten Heizungen ungenutzt durch den Schornstein entweicht.

Der Austausch einer alten Niedertemperatur- oder Konstanttemperaturheizung gegen einen Brennwertkessel spart typischerweise 15–30 % Gas. Kosten: 6.000–10.000 € inklusive Einbau und Abgasanpassung. Reine Gas-Brennwertkessel werden seit dem GEG 2024 nicht mehr staatlich gefördert – die Förderung konzentriert sich auf erneuerbare Heizsysteme. Ein Brennwerttausch lohnt sich trotzdem, wenn Sie die Gasheizung noch einige Jahre betreiben möchten und eine Wärmepumpe aktuell nicht in Frage kommt.

Sparpotenzial-Übersicht: Alle Maßnahmen auf einen Blick

MaßnahmeStufeKosten (ca.)Einsparung am GasverbrauchGeeignet für
Raumtemperatur senken (1–2 °C)Sofort0 €ca. 6–12 %Mieter + Eigentümer
Stoßlüften statt DauerkippenSofort0 €spürbar, schwer bezifferbarMieter + Eigentümer
Heizkörper freihaltenSofort0 €gering, aber messbarMieter + Eigentümer
Rollläden nachts schließenSofort0 €bis zu 3–5 % (bei vorhandenen Rollläden)Mieter + Eigentümer
Warmwassertemperatur senkenSofort0 €spürbar beim WarmwasseranteilEigentümer (Zugang zum Speicher)
Heizkörper entlüftenKurzfristig2–5 € (Schlüssel)variabel, bei stark belüfteten Körpern spürbarMieter + Eigentümer
Programmierbare ThermostateKurzfristig30–80 € / Heizkörperca. 5–10 %Mieter + Eigentümer
Fenster und Türen abdichtenKurzfristig5–30 € / Fensterspürbar in AltbautenMieter + Eigentümer
Heizkörpernischen dämmenKurzfristig10–30 € / Heizkörpergering pro Heizkörper, summiert sichEigentümer (Mieter nach Absprache)
Gasheizung WartungMittelfristig120–200 € / Jahrbis zu 10–15 % (bei vernachlässigter Anlage)Eigentümer
Hydraulischer AbgleichMittelfristig650–1.250 €ca. 5–15 %Eigentümer
Heizungspumpe tauschenMittelfristig300–400 €Strom + indirekt GasEigentümer
KellerdeckendämmungLangfristig2.000–5.000 €ca. 5–10 %Eigentümer
DachdämmungLangfristig8.000–20.000 €ca. 15–25 %Eigentümer
FassadendämmungLangfristig15.000–30.000 €ca. 15–25 %Eigentümer
Fenster austauschenLangfristig7.500–15.000 € (EFH)ca. 10–20 %Eigentümer
Heizung modernisieren (Brennwertkessel)Langfristig6.000–10.000 €ca. 15–30 %Eigentümer

Alle Angaben sind Richtwerte. Die tatsächliche Einsparung hängt vom Zustand Ihres Gebäudes, Ihrer Heizung und Ihrem Heizverhalten ab. Die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf den Gasverbrauch vor der Maßnahme – bei Kombination mehrerer Maßnahmen addieren sich die Einsparungen nicht linear.

Nutzen Sie unseren Gaskosten Rechner, um zu berechnen, wie viel Euro Sie mit einer bestimmten prozentualen Einsparung konkret sparen würden.

Sparpotenzial verschiedener Maßnahmen zum Gasverbrauch senken – Balkendiagramm mit Prozentangaben sortiert nach Einsparung

Was lohnt sich für Mieter, was für Eigentümer?

Nicht jede Maßnahme ist für jeden umsetzbar. Mieter haben keinen Einfluss auf Heizungsanlage, Dämmung oder Fenster – dafür können sie im eigenen Heizverhalten viel bewirken.

Für Mieter besonders geeignet:

Tipp für Mieter: Wenn Ihre Heizkosten dauerhaft überdurchschnittlich hoch sind, kann das am schlechten energetischen Zustand des Gebäudes liegen. In dem Fall können Sie Ihren Vermieter auf mögliche energetische Sanierungen ansprechen – insbesondere auf Maßnahmen, die durch Förderungen attraktiv sind.

Für Eigentümer besonders geeignet:

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie kann ich am schnellsten meinen Gasverbrauch senken?

Am schnellsten wirkt die Absenkung der Raumtemperatur um 1–2 Grad. Das spart rund 6 % Heizenergie pro Grad und kostet nichts. Zusätzlich bringt konsequentes Stoßlüften statt Dauerkippen einen sofortigen Effekt. Beide Maßnahmen zusammen können Ihren Gasverbrauch kurzfristig um 10–15 % senken.

Wie oft sollte ich die Heizkörper entlüften?

Mindestens einmal pro Jahr vor Beginn der Heizsaison (September/Oktober). Zusätzlich immer dann, wenn ein Heizkörper gluckernde Geräusche macht, oben kalt bleibt oder trotz aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm wird. In Mehrfamilienhäusern kann es nötig sein, häufiger zu entlüften, weil durch Wartungsarbeiten am Heizungssystem Luft ins System gelangt.

Wie oft muss eine Gasheizung gewartet werden?

Die Empfehlung lautet einmal jährlich, idealerweise vor der Heizsaison. Die Abgasmessung durch den Schornsteinfeger ist nach Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) gesetzlich vorgeschrieben. Für die reguläre Wartung durch einen Fachbetrieb gibt es keine direkte gesetzliche Pflicht, sie ist aber Voraussetzung für den Erhalt von Garantie- und Versicherungsansprüchen und in den meisten Mietverträgen verankert.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Im Einfamilienhaus zwischen 650 und 1.250 €, je nach Anzahl der Heizkörper und Zustand der Thermostatventile. In Kombination mit einem Pumpentausch kommen 300–400 € hinzu. Die Investition amortisiert sich bei einer durchschnittlichen Einsparung von rund 290 € pro Jahr in etwa 3 bis 4 Jahren. Zusätzlich gibt es 15–20 % Förderung über die BAFA.

Spart ein Grad weniger wirklich 6 % Heizkosten?

Ja, diese Faustformel ist in der Heiztechnik gut belegt und wird von Verbraucherzentrale und co2online gleichermaßen verwendet. Die genaue Einsparung hängt vom Ausgangsniveau ab – wer bereits bei 19 °C heizt, spart relativ weniger als jemand, der von 23 °C auf 22 °C senkt. Aber als Richtwert ist die 6-%-Regel zuverlässig.

Was bringt am meisten Einsparung beim Gasverbrauch?

Für maximale Einsparung kombinieren Sie kostenloses Verhalten (Temperatur senken, richtig lüften) mit einer mittelfristigen Maßnahme wie dem hydraulischen Abgleich und langfristig einer Gebäudedämmung. Ein unsanierter Altbau, der komplett gedämmt und mit einer modernen Heizung ausgestattet wird, kann seinen Gasverbrauch um 50–70 % reduzieren. Aber auch ohne große Investition können Sie durch konsequentes Verhalten und kleine Maßnahmen 15–25 % einsparen.


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