Ihre Gasrechnung liegt vor Ihnen – und Sie verstehen nur Bahnhof? Zählerstand, Brennwert, Zustandszahl, Arbeitspreis, Grundpreis, Abschlag, Nachzahlung: Wer soll da durchblicken? Die gute Nachricht: So kompliziert, wie es aussieht, ist es nicht. Wenn Sie die wenigen Schlüsselbegriffe einmal verstehen, können Sie Ihre Gasrechnung in wenigen Minuten selbst prüfen – und erkennen sofort, ob alles stimmt.
In diesem Ratgeber führen wir Sie durch den gesamten Prozess: vom Ablesen des Gaszählers über das Verständnis von Brennwert und Zustandszahl bis hin zur konkreten Nachrechnung Ihrer Gasrechnung in drei Schritten.
Gaszähler ablesen: So ermitteln Sie Ihren echten Verbrauch
Bevor Sie Ihre Rechnung prüfen können, müssen Sie wissen, wie Sie Ihren Gaszähler richtig ablesen. Der Zählerstand ist der Ausgangspunkt für alles Weitere.
Wo finden Sie Ihren Gaszähler?
Der Gaszähler befindet sich in den meisten Fällen an einem der folgenden Orte:
- Keller oder Hausanschlussraum – der häufigste Standort, besonders in Ein- und Mehrfamilienhäusern
- Zählerschrank im Treppenhaus oder Flur – oft in Mehrfamilienhäusern, zusammen mit Strom- und Wasserzählern
- Außenwand des Gebäudes – in einem abschließbaren Zählerkasten, vor allem bei älteren Gebäuden
- Dachboden oder Garage – seltener, aber möglich
In Mietwohnungen ist jedem Zähler eine Wohnungsnummer oder ein Name zugeordnet. Prüfen Sie die Zählernummer auf Ihrem Gerät und vergleichen Sie sie mit der Nummer auf Ihrer letzten Gasrechnung – so stellen Sie sicher, dass Sie den richtigen Zähler ablesen.
Mechanischer Gaszähler (Balgenzähler) ablesen
Der mechanische Balgenzähler ist der in Deutschland am weitesten verbreitete Gaszählertyp. Er hat ein mechanisches Zählwerk mit Zahlenrollen, das den Gesamtverbrauch in Kubikmetern (m³) anzeigt.
So lesen Sie ihn ab:
- Lesen Sie die Zahlen von links nach rechts ab.
- Notieren Sie nur die Zahlen vor dem Komma (die schwarzen Zahlenrollen). Die Nachkommastellen (rot markiert oder durch ein Komma abgetrennt) können Sie für die Jahresberechnung ignorieren.
- Notieren Sie auch das Datum der Ablesung – Sie brauchen es später zum Vergleich.
Beispiel: Auf dem Zählwerk steht 45230,748. Ihr Zählerstand beträgt 45.230 m³. Die 748 hinter dem Komma können Sie ignorieren.
Digitaler Gaszähler (Smart Meter) ablesen
Moderne digitale Gaszähler (auch Smart Meter oder elektronische Zähler genannt) werden seit einigen Jahren in Neubauten und bei Zählerwechseln eingebaut. Sie haben ein LCD-Display statt mechanischer Zahlenrollen.
So lesen Sie ihn ab:
- Der aktuelle Zählerstand wird direkt auf dem Display angezeigt – in m³.
- Manche Modelle haben einen Knopf, mit dem Sie zwischen verschiedenen Anzeigen wechseln können (aktueller Verbrauch, Gesamtverbrauch, Fehlermeldungen).
- Der relevante Wert für Ihre Abrechnung ist der Gesamtverbrauch in m³ – erkennbar am Kürzel „m³“ oder „V“ auf dem Display.
- Einige Smart Meter übermitteln den Zählerstand automatisch an den Netzbetreiber. In dem Fall müssen Sie nicht selbst ablesen – prüfen Sie aber trotzdem gelegentlich, ob der übermittelte Wert plausibel ist.
Verbrauch in m³ berechnen
Um Ihren Verbrauch zu ermitteln, ziehen Sie den alten Zählerstand vom neuen ab:
Verbrauch in m³ = Aktueller Zählerstand − Vorjahres-Zählerstand
Den Vorjahres-Zählerstand finden Sie auf Ihrer letzten Gasrechnung (Position „Zählerstand alt“ oder „Zählerstand Beginn Abrechnungszeitraum“).
Beispiel: Aktueller Zählerstand: 45.230 m³. Zählerstand auf der letzten Rechnung: 43.680 m³. Ihr Verbrauch beträgt 45.230 − 43.680 = 1.550 m³.

Brennwert und Zustandszahl: Was diese Werte bedeuten
Ihr Gaszähler misst den Verbrauch in Kubikmetern (m³) – aber auf Ihrer Gasrechnung steht der Verbrauch in Kilowattstunden (kWh). Warum? Weil ein Kubikmeter Gas nicht immer die gleiche Menge Energie enthält. Je nach Gasqualität und Standort Ihres Hauses steckt in einem m³ Gas mal mehr, mal weniger Wärmeenergie.
Um fair abzurechnen, rechnet Ihr Gasversorger die gemessenen Kubikmeter mit zwei Korrekturfaktoren in Kilowattstunden um: dem Brennwert und der Zustandszahl.
Was ist der Brennwert?
Der Brennwert gibt an, wie viel Energie in einem Kubikmeter Erdgas steckt. Er wird in kWh/m³ angegeben und liegt in Deutschland typischerweise zwischen 8,0 und 12,5 kWh/m³.
Die Höhe des Brennwerts hängt von der Gasqualität ab. In Deutschland gibt es zwei Gastypen:
- L-Gas (Low calorific gas): Brennwert 8,0–10,0 kWh/m³. Niedrigerer Energiegehalt, weil es mehr Stickstoff enthält. Kommt aus niederländischen und norddeutschen Vorkommen und wird in Teilen Norddeutschlands eingesetzt – vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Sachsen-Anhalt.
- H-Gas (High calorific gas): Brennwert 10,0–12,5 kWh/m³. Höherer Energiegehalt durch mehr Methan. Kommt aus internationalen Quellen (Norwegen, LNG-Terminals) und ist in Süddeutschland und zunehmend bundesweit verbreitet.
Gut zu wissen: Deutschland stellt seit 2015 schrittweise von L-Gas auf H-Gas um (sogenannte Marktraumumstellung), weil die L-Gas-Vorkommen zur Neige gehen. Die Umstellung soll bis etwa 2030 abgeschlossen sein. Für Sie als Verbraucher ändert sich an der Gasrechnung in Euro dadurch praktisch nichts – Sie verbrauchen zwar weniger Kubikmeter, aber jeder Kubikmeter enthält mehr Energie.
Was ist die Zustandszahl?
Die Zustandszahl (auch Z-Zahl) korrigiert das gemessene Gasvolumen auf den sogenannten Normzustand (0 °C, 1.013,25 mbar). Da sich Gas bei Wärme ausdehnt und bei Kälte zusammenzieht, enthält ein Kubikmeter Gas bei 20 °C im Sommer weniger Masse (und damit weniger Energie) als bei 0 °C im Winter. Die Zustandszahl gleicht diesen Effekt aus.
Die Zustandszahl hängt hauptsächlich von der Höhenlage Ihres Wohnorts ab: Je höher der Ort über dem Meeresspiegel, desto niedriger der Luftdruck, desto kleiner die Zustandszahl.
| Höhe über Normalnull | Typische Zustandszahl |
|---|---|
| 0 m (Meereshöhe, z. B. Hamburg) | 0,9900–1,0000 |
| 100–200 m (z. B. Berlin, Köln) | 0,9650–0,9850 |
| 300–500 m (z. B. Stuttgart, Nürnberg) | 0,9350–0,9650 |
| 500–700 m (z. B. Freiburg, Bayreuth) | 0,9150–0,9450 |
| 700–1.000 m (z. B. Garmisch-Partenkirchen) | 0,8800–0,9250 |
Wo finden Sie Brennwert und Zustandszahl?
Beide Werte stehen auf Ihrer letzten Gasrechnung – meistens im Abschnitt „Verbrauchsermittlung“ oder „Verbrauchsberechnung“. Dort finden Sie typischerweise eine Aufstellung wie:
- Zählerstand alt: 43.680 m³
- Zählerstand neu: 45.230 m³
- Verbrauch: 1.550 m³
- Brennwert: 10,800 kWh/m³
- Zustandszahl: 0,9550
- Verbrauch in kWh: 16.001 kWh
Falls Ihre Rechnung nur einen kombinierten „Umrechnungsfaktor“ ausweist (Brennwert × Zustandszahl als eine Zahl, z. B. 10,314), können Sie diesen direkt verwenden. Der Umrechnungsfaktor ist einfach das Produkt der beiden Einzelwerte.
Falls Sie keinen der beiden Werte finden, können Sie diese bei Ihrem Gasversorger oder Netzbetreiber erfragen – telefonisch oder per E-Mail. Einige Netzbetreiber veröffentlichen die aktuellen Brennwerte auch auf ihrer Website.

Die Formel: Gas von m³ in kWh umrechnen
Mit Zählerstand, Brennwert und Zustandszahl können Sie Ihren Gasverbrauch von Kubikmetern in Kilowattstunden umrechnen. Die Formel lautet:
Gasverbrauch in kWh = Verbrauch in m³ × Brennwert (kWh/m³) × Zustandszahl
Rechenbeispiel Schritt für Schritt
Nehmen wir an, Sie haben folgende Daten:
- Verbrauch laut Zähler: 1.550 m³
- Brennwert laut Gasrechnung: 10,800 kWh/m³
- Zustandszahl laut Gasrechnung: 0,9550
Rechnung: 1.550 m³ × 10,800 kWh/m³ × 0,9550 = 15.991 kWh
Ihr Jahresverbrauch beträgt also rund 15.991 kWh. Bei einem Gaspreis von 10 Ct/kWh ergeben sich daraus Verbrauchskosten von etwa 1.599 € pro Jahr – zuzüglich Grundpreis.
Vergleichen Sie dieses Ergebnis mit dem kWh-Wert auf Ihrer Gasrechnung. Kleine Abweichungen (unter 1 %) sind normal und entstehen durch Rundungen. Weicht Ihr Ergebnis um mehr als 3 % ab, sollten Sie beim Versorger nachfragen.
Faustregel für eilige Rechner: Wenn Sie Brennwert und Zustandszahl nicht zur Hand haben, können Sie den Verbrauch in m³ einfach mit 10 multiplizieren: 1 m³ Gas ≈ 10 kWh. Diese Faustregel ist bei H-Gas in mittlerer Höhenlage erstaunlich genau (Abweichung unter 5 %), kann bei L-Gas aber um über 15 % daneben liegen.
Für eine exakte Umrechnung mit Ihren individuellen Werten nutzen Sie unseren Gas Umrechner m³ ↔ kWh – dort können Sie Brennwert und Zustandszahl eingeben und erhalten das Ergebnis sofort.

Gasrechnung verstehen: Alle Positionen erklärt
Ihre jährliche Gasrechnung kann auf den ersten Blick unübersichtlich wirken. Im Kern besteht sie aber nur aus wenigen Abschnitten. Hier erklären wir jede Position, die Sie kennen müssen.
Seite 1: Das Deckblatt
Auf der ersten Seite Ihrer Rechnung finden Sie die wichtigsten Informationen auf einen Blick:
- Rechnungsbetrag: Die Gesamtkosten für den Abrechnungszeitraum (in der Regel 12 Monate).
- Geleistete Abschläge: Die Summe Ihrer monatlichen Vorauszahlungen im Abrechnungszeitraum.
- Nachzahlung oder Guthaben: Die Differenz zwischen Rechnungsbetrag und geleisteten Abschlägen. Positiv = Sie müssen nachzahlen. Negativ = Sie bekommen Geld zurück.
- Neuer Abschlag: Der angepasste monatliche Abschlag für den nächsten Abrechnungszeitraum, basierend auf Ihrem aktuellen Verbrauch.
Abschnitt: Verbrauchsermittlung
Hier wird dokumentiert, wie Ihr Verbrauch ermittelt wurde:
| Position | Was steht da? | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Zählernummer | Eindeutige Nummer Ihres Gaszählers | Stimmt sie mit der Nummer auf Ihrem Zähler überein? Verwechslungen kommen in MFH vor. |
| Zählerstand alt | Stand zu Beginn des Abrechnungszeitraums in m³ | Sollte mit dem Endstand Ihrer letzten Rechnung übereinstimmen. |
| Zählerstand neu | Stand am Ende des Abrechnungszeitraums in m³ | Stimmt er mit Ihrer eigenen Ablesung überein? Wurde der Wert abgelesen oder geschätzt? |
| Verbrauch in m³ | Differenz: Zählerstand neu − Zählerstand alt | Einfach nachrechnen. Stimmt die Subtraktion? |
| Brennwert | Energiegehalt des Gases in kWh/m³ | Sollte zwischen 8,0 und 12,5 liegen. Sonst nachfragen. |
| Zustandszahl | Korrekturfaktor für Druck und Temperatur | Sollte zwischen 0,88 und 1,00 liegen. Sonst nachfragen. |
| Verbrauch in kWh | Umgerechneter Verbrauch: m³ × Brennwert × Zustandszahl | Nachrechnen! Stimmt das Ergebnis mit der Formel überein? |
Abschnitt: Kostenberechnung
| Position | Was steht da? | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Arbeitspreis | Preis pro verbrauchter kWh in Cent | Stimmt er mit Ihrem Tarifvertrag überein? Gab es Preisänderungen im Abrechnungszeitraum? |
| Verbrauchskosten | kWh × Arbeitspreis | Nachrechnen: kWh-Verbrauch × Arbeitspreis = stimmt? |
| Grundpreis | Monatliche Pauschale × Anzahl der Abrechnungsmonate | Stimmt die Anzahl der Monate? Entspricht der Betrag pro Monat Ihrem Vertrag? |
| Mehrwertsteuer | 19 % auf den Netto-Gesamtbetrag | Seit April 2024 wieder 19 % (vorher vorübergehend 7 %). Korrekt berechnet? |
| Gesamtbetrag brutto | Summe aller Positionen inkl. MwSt. | Stimmt die Addition? Stimmt der Endbetrag mit dem Deckblatt überein? |
Gab es im Abrechnungszeitraum eine Preisänderung, wird die Rechnung in mehrere Zeiträume aufgeteilt – jeweils mit eigenem Arbeitspreis und anteiligem Grundpreis. Achten Sie darauf, dass die Zeiträume lückenlos aneinander anschließen und die kWh korrekt auf die Zeiträume verteilt sind.

Gasrechnung prüfen in 3 Schritten
Sie haben Ihre Rechnung vor sich und wollen wissen, ob alles stimmt? Folgen Sie diesen drei Schritten:
Schritt 1: Verbrauch prüfen (m³ → kWh)
Rechnen Sie den Verbrauch selbst nach:
- Verbrauch in m³ = Zählerstand neu − Zählerstand alt
- Verbrauch in kWh = m³ × Brennwert × Zustandszahl
- Vergleichen Sie Ihr Ergebnis mit dem kWh-Wert auf der Rechnung.
Nutzen Sie für die Umrechnung unseren Gas Umrechner – dort geben Sie einfach die drei Werte ein und sehen sofort, ob die Rechnung stimmt.
Schritt 2: Kosten prüfen (kWh → Euro)
- Verbrauchskosten = kWh × Arbeitspreis (in €/kWh)
- Grundpreis = monatlicher Grundpreis × Anzahl Monate
- Netto-Gesamtbetrag = Verbrauchskosten + Grundpreis
- Brutto-Gesamtbetrag = Netto × 1,19 (19 % MwSt.)
Stimmt Ihr berechneter Gesamtbetrag mit dem auf der Rechnung überein? Für eine schnelle Gegenrechnung nutzen Sie unseren Gaskosten Rechner.
Schritt 3: Abschläge und Saldo prüfen
- Zählen Sie Ihre geleisteten monatlichen Abschläge zusammen (in der Regel 11 Stück pro Jahr).
- Ziehen Sie die Summe der Abschläge vom Brutto-Gesamtbetrag ab.
- Positives Ergebnis = Nachzahlung. Negatives Ergebnis = Guthaben / Erstattung.
Konkret durchgerechnet:
- Verbrauch: 15.991 kWh
- Arbeitspreis: 10,5 Ct/kWh (= 0,105 €/kWh)
- Verbrauchskosten: 15.991 × 0,105 = 1.679,06 €
- Grundpreis: 12 € × 12 Monate = 144,00 €
- Netto: 1.679,06 + 144,00 = 1.823,06 €
- Brutto (inkl. 19 % MwSt.): 1.823,06 × 1,19 = 2.169,44 €
- Geleistete Abschläge: 11 × 180 € = 1.980,00 €
- Nachzahlung: 2.169,44 − 1.980,00 = 189,44 €
Die 5 häufigsten Fehler auf Gasrechnungen
Die Gasabrechnung wird in den meisten Fällen maschinell erstellt und ist korrekt. Trotzdem schleichen sich gelegentlich Fehler ein. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, jede Rechnung mindestens einmal zu prüfen. Hier sind die häufigsten Fehlerquellen:
1. Falscher oder geschätzter Zählerstand: Wenn der Ableser keinen Zugang zum Zähler hatte, wird der Verbrauch geschätzt. Geschätzte Werte können deutlich vom tatsächlichen Verbrauch abweichen. Prüfen Sie auf der Rechnung, ob der Zählerstand „abgelesen“ oder „geschätzt“ ist. Wenn geschätzt, teilen Sie dem Versorger Ihren echten Zählerstand mit und fordern eine Korrektur.
2. Zahlendreher beim Zählerstand: Aus 43.680 wird 46.380 – ein Zahlendreher von 2.700 m³, also rund 27.000 kWh und damit 2.700 € Differenz. Vergleichen Sie die Zählerstände auf der Rechnung mit Ihren eigenen Notizen oder Fotos.
3. Falscher Zähler abgerechnet: In Mehrfamilienhäusern kommt es vor, dass Zähler verwechselt werden. Prüfen Sie die Zählernummer auf Ihrer Rechnung mit der Nummer auf Ihrem physischen Zähler.
4. Preisänderung nicht korrekt aufgeteilt: Wenn der Gaspreis im Abrechnungszeitraum geändert wurde, muss die Rechnung den Verbrauch auf die Zeiträume vor und nach der Änderung aufteilen. Prüfen Sie, ob die Aufteilung plausibel ist und ob die Zeiträume lückenlos sind.
5. Grundpreis falsch berechnet: Der Grundpreis wird manchmal für zu viele oder zu wenige Monate berechnet – besonders bei unterjährigem Vertragsbeginn oder Wechsel des Anbieters. Zählen Sie die Monate im Abrechnungszeitraum und prüfen Sie, ob der Grundpreis anteilig korrekt ist.
Was tun, wenn die Gasrechnung falsch ist?
Sie haben die Rechnung geprüft und Fehler gefunden? Dann gehen Sie so vor:
Schritt 1 – Versorger kontaktieren: Schreiben Sie Ihrem Gasversorger und benennen Sie den Fehler konkret. Formulieren Sie sachlich, was nicht stimmt und welche Korrektur Sie erwarten. Per E-Mail oder Brief – bewahren Sie eine Kopie auf.
Schritt 2 – Frist setzen: Geben Sie dem Versorger eine angemessene Frist zur Antwort – in der Regel 2 bis 4 Wochen.
Schritt 3 – Schlichtungsstelle einschalten: Reagiert der Versorger nicht innerhalb von 4 Wochen oder lehnt Ihre Beschwerde ab, können Sie ein kostenloses Schlichtungsverfahren bei der Schlichtungsstelle Energie einleiten. Das Verfahren ist für Verbraucher kostenlos und der Versorger ist gesetzlich zur Teilnahme verpflichtet. Die Schlichtung dauert in der Regel maximal 3 Monate.
Wichtig: Auch bei einem laufenden Widerspruch sind Sie nicht berechtigt, die gesamte Rechnung nicht zu zahlen. Zahlen Sie den unstrittigen Teil und behalten Sie nur den strittigen Betrag ein – so vermeiden Sie eine Sperre.
Abschlag prüfen und anpassen
Ihr monatlicher Abschlag sollte idealerweise ein Zwölftel Ihrer voraussichtlichen Jahreskosten betragen. Ist der Abschlag zu niedrig, droht eine hohe Nachzahlung. Ist er zu hoch, binden Sie unnötig Geld.
So prüfen Sie Ihren Abschlag:
- Berechnen Sie Ihre voraussichtlichen Jahreskosten mit unserem Gaskosten Rechner.
- Teilen Sie das Ergebnis durch 12.
- Vergleichen Sie den Wert mit Ihrem aktuellen monatlichen Abschlag.
- Weicht der Betrag um mehr als 10–15 % ab, beantragen Sie eine Anpassung bei Ihrem Versorger – die meisten bieten das online, per App oder telefonisch an.
Tipp: Prüfen Sie Ihren Abschlag besonders nach Veränderungen im Haushalt: Umzug, Nachwuchs, Homeoffice, energetische Sanierung oder ein neuer Gastarif – all das kann Ihren Verbrauch und damit den idealen Abschlag verändern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lese ich meinen Gaszähler richtig ab?
Lesen Sie die Zahlen auf dem mechanischen Zählwerk von links nach rechts ab und notieren Sie nur die Vorkommastellen (schwarze Zahlen). Die Nachkommastellen (rot markiert) können Sie ignorieren. Bei digitalen Zählern wird der Verbrauch direkt auf dem Display angezeigt. Notieren Sie immer auch das Datum der Ablesung und vergleichen Sie die Zählernummer mit Ihrer Gasrechnung.
Wie rechne ich m³ Gas in kWh um?
Mit der Formel: kWh = m³ × Brennwert × Zustandszahl. Beide Werte (Brennwert und Zustandszahl) finden Sie auf Ihrer letzten Gasrechnung. Als Faustregel gilt: 1 m³ Gas ≈ 10 kWh. Für eine exakte Umrechnung nutzen Sie unseren Gas Umrechner.
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitspreis und Grundpreis?
Der Arbeitspreis ist der verbrauchsabhängige Teil Ihres Gastarifs – er wird pro verbrauchter Kilowattstunde berechnet (in Ct/kWh). Der Grundpreis ist eine monatliche Pauschale, die unabhängig vom Verbrauch anfällt und feste Kosten wie Zählergebühren und Netzentgelte abdeckt. Bei den meisten Haushalten macht der Arbeitspreis 85–92 % der Gesamtkosten aus.
Was bedeutet „geschätzter Zählerstand“ auf meiner Rechnung?
Wenn der Ableser keinen Zugang zu Ihrem Gaszähler hatte und Sie keinen Zählerstand gemeldet haben, darf der Versorger den Verbrauch schätzen. Eine Schätzung kann vom tatsächlichen Verbrauch abweichen. Wenn Sie einen geschätzten Zählerstand auf Ihrer Rechnung finden, teilen Sie dem Versorger Ihren echten Stand mit und fordern Sie eine Korrektur der Rechnung.
Kann ich meiner Gasrechnung widersprechen?
Ja. Wenn Sie einen Fehler auf Ihrer Gasrechnung finden, haben Sie das Recht auf Widerspruch. Schreiben Sie Ihrem Versorger, benennen Sie den Fehler konkret und fordern Sie eine Korrektur. Reagiert der Versorger nicht innerhalb von 4 Wochen, können Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden – das Verfahren ist kostenlos.
Was ist der Brennwert meines Gases?
Der Brennwert gibt an, wie viel Energie in einem Kubikmeter Gas steckt (in kWh/m³). In Deutschland liegt er je nach Gasqualität zwischen 8,0 und 12,5 kWh/m³. L-Gas (Norddeutschland) hat einen niedrigeren Brennwert (8–10 kWh/m³) als H-Gas (Süddeutschland und zunehmend bundesweit, 10–12,5 kWh/m³). Sie finden den Brennwert auf Ihrer Gasrechnung.
Jetzt Ihren Gasverbrauch prüfen und berechnen
Sie haben Ihre Rechnung verstanden – jetzt können Sie sie nachrechnen und Ihren Verbrauch einordnen:
- → Gas Umrechner m³ ↔ kWh – Zählerstand in kWh umrechnen und Rechnung nachprüfen
- → Gaskosten Rechner – Gaskosten in Euro berechnen und Abschlag prüfen
- → Gasverbrauch Rechner – Verbrauch mit Durchschnittswerten vergleichen
Quellen: Bundesnetzagentur, Schlichtungsstelle Energie, Verbraucherzentrale, BDEW, co2online / Heizspiegel für Deutschland.