Ist Ihr Gasverbrauch normal – oder zahlen Sie zu viel? Diese Frage stellen sich Millionen Haushalte in Deutschland, besonders wenn die jährliche Gasrechnung ins Haus flattert. Das Problem: Ohne Vergleichswerte lässt sich der eigene Verbrauch kaum einordnen.
Auf dieser Seite finden Sie alle Richtwerte, die Sie brauchen – aufgeschlüsselt nach Wohnfläche, Haushaltsgröße, Gebäudetyp und Baujahr. Am Ende wissen Sie genau, ob Ihr Gasverbrauch im grünen Bereich liegt oder ob es sich lohnt, genauer hinzuschauen.
Tipp: Wenn Sie Ihren individuellen Gasverbrauch berechnen möchten, nutzen Sie unseren Gasverbrauch Rechner – dort erhalten Sie in wenigen Sekunden eine personalisierte Schätzung.
Wie viel Gas verbraucht ein Haushalt im Durchschnitt?

Der durchschnittliche Gasverbrauch in Deutschland liegt bei 140 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, wenn das Gas nur zum Heizen genutzt wird. Wird auch das Warmwasser über die Gasheizung erzeugt, steigt der Wert auf 160 kWh pro Quadratmeter.
Diese Richtwerte stammen aus den jährlichen Auswertungen des Heizspiegels für Deutschland und den Erhebungen des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Sie basieren auf der Analyse von über 90.000 Gebäudedaten und gelten als zuverlässige Orientierung für deutsche Privathaushalte.
In der Praxis bedeutet das:
- Eine 80-m²-Wohnung verbraucht im Durchschnitt rund 12.800 kWh Gas pro Jahr (mit Warmwasser).
- Ein 150-m²-Einfamilienhaus kommt auf etwa 24.000 kWh pro Jahr.
- Die daraus resultierenden Kosten liegen bei einem Gaspreis von 10 Ct/kWh zwischen 1.280 € und 2.400 € pro Jahr – zuzüglich Grundpreis.
Für eine genaue Kostenberechnung mit Ihrem individuellen Tarif nutzen Sie unseren Gaskosten Rechner.
Gasverbrauch nach Wohnfläche – die große Übersichtstabelle
Die Wohnfläche ist der stärkste Einflussfaktor auf den Gasverbrauch. Je größer die beheizte Fläche, desto mehr Energie wird benötigt. Die folgende Tabelle zeigt den durchschnittlichen Jahresverbrauch für verschiedene Wohnungsgrößen – jeweils mit und ohne Warmwasserbereitung über Gas.
| Wohnfläche | Gasverbrauch nur Heizung (140 kWh/m²) | Gasverbrauch mit Warmwasser (160 kWh/m²) | Geschätzte Kosten pro Jahr* |
|---|---|---|---|
| 30 m² | 4.200 kWh | 4.800 kWh | ca. 480 € |
| 50 m² | 7.000 kWh | 8.000 kWh | ca. 800 € |
| 70 m² | 9.800 kWh | 11.200 kWh | ca. 1.120 € |
| 80 m² | 11.200 kWh | 12.800 kWh | ca. 1.280 € |
| 100 m² | 14.000 kWh | 16.000 kWh | ca. 1.600 € |
| 120 m² | 16.800 kWh | 19.200 kWh | ca. 1.920 € |
| 150 m² | 21.000 kWh | 24.000 kWh | ca. 2.400 € |
| 200 m² | 28.000 kWh | 32.000 kWh | ca. 3.200 € |
| 250 m² | 35.000 kWh | 40.000 kWh | ca. 4.000 € |
*Geschätzte Verbrauchskosten bei 10 Ct/kWh (Durchschnitt 2026), ohne Grundpreis. Für eine exakte Berechnung mit Ihrem individuellen Gastarif nutzen Sie den Gaskosten Rechner.
Wichtig: Diese Werte sind Durchschnittswerte. Ihr tatsächlicher Verbrauch kann je nach Dämmzustand, Heizungstyp und Heizverhalten um 30–50 % nach oben oder unten abweichen. Die Tabelle dient als erste Orientierung – nicht als exakte Prognose.
Gasverbrauch nach Haushaltsgröße – von Single bis Großfamilie
Die Anzahl der Personen im Haushalt beeinflusst den Gasverbrauch auf zwei Wegen: Erstens leben mehr Menschen in der Regel in größeren Wohnungen, was den Heizenergiebedarf erhöht. Zweitens steigt der Warmwasserverbrauch mit jeder zusätzlichen Person um etwa 600 bis 1.000 kWh pro Jahr.
Gasverbrauch 1-Person-Haushalt (Single)
Singles in Deutschland wohnen typischerweise auf 30 bis 50 m² in einer Mietwohnung im Mehrfamilienhaus. Der durchschnittliche Gasverbrauch liegt bei 4.800 bis 8.000 kWh pro Jahr (inklusive Warmwasser). Wer allein in einer größeren Wohnung (70 m²+) oder gar einem kleinen Haus lebt, muss mit deutlich höheren Werten rechnen, weil die gesamte Fläche beheizt wird.
Eine Besonderheit bei Single-Haushalten: Viele kleine Wohnungen haben keinen Gas-Warmwasserbereiter, sondern einen elektrischen Durchlauferhitzer. In dem Fall fällt der Warmwasseranteil komplett aus dem Gasverbrauch heraus und die Kosten sinken um ca. 600–800 kWh pro Jahr.
Gasverbrauch 2-Personen-Haushalt (Paar)
Ein 2-Personen-Haushalt bewohnt typischerweise eine 60- bis 80-m²-Wohnung. Der durchschnittliche Gasverbrauch beträgt 9.600 bis 12.800 kWh pro Jahr inklusive Warmwasser. Ohne Warmwasser über Gas sind es rund 8.400 bis 11.200 kWh.
Lebt das Paar bereits in einem kleinen Einfamilienhaus oder Reihenhaus mit 100 m², steigt der Verbrauch auf rund 16.000 kWh – nicht wegen des Warmwassers, sondern wegen der größeren Heizfläche und der zusätzlichen Außenwände.
Gasverbrauch 3- bis 4-Personen-Haushalt (Familie)
Familien mit Kindern wohnen häufig auf 100 bis 150 m², sei es in einer großen Wohnung oder einem Einfamilienhaus. Der durchschnittliche Gasverbrauch liegt bei 16.000 bis 24.000 kWh pro Jahr inklusive Warmwasser.
Bei Familien mit Kleinkindern ist der Warmwasserverbrauch oft überdurchschnittlich hoch – tägliches Baden der Kinder, häufigeres Wäschewaschen und generell ein höherer Wasserverbrauch treiben den Gas-Anteil für Warmwasser nach oben. Rechnen Sie pro Kind mit zusätzlich 600 bis 800 kWh pro Jahr.
Ein wichtiger Punkt für Familien: Im Kinderzimmer empfehlen Kinderärzte eine Raumtemperatur von 20–22 °C tagsüber und 16–18 °C nachts. Das bedeutet, dass Kinderzimmer oft auf der gleichen Temperaturstufe wie das Wohnzimmer beheizt werden – anders als ein Schlafzimmer, das viele Erwachsene kühler halten.
Gasverbrauch 5–6+ Personen (Großfamilie)
Große Haushalte bewohnen in der Regel 150 bis 200+ m² und verbrauchen 24.000 bis 35.000 kWh pro Jahr. Hier dominiert der Heizanteil – der Warmwasserverbrauch macht zwar in absoluten Zahlen mehr aus (3.000–5.000 kWh für 5+ Personen), ist relativ zum Gesamtverbrauch aber weiterhin nur 10–15 %.
Übersichtstabelle: Gasverbrauch nach Personenanzahl
| Haushaltsgröße | Typische Wohnfläche | Gasverbrauch pro Jahr (mit Warmwasser) | Gasverbrauch pro Monat | Geschätzte Kosten pro Jahr* |
|---|---|---|---|---|
| 1 Person (Single) | 30–50 m² | 4.800–8.000 kWh | 400–667 kWh | 480–800 € |
| 2 Personen (Paar) | 60–80 m² | 9.600–12.800 kWh | 800–1.067 kWh | 960–1.280 € |
| 3 Personen | 80–100 m² | 12.800–16.000 kWh | 1.067–1.333 kWh | 1.280–1.600 € |
| 4 Personen (Familie) | 100–130 m² | 16.000–20.800 kWh | 1.333–1.733 kWh | 1.600–2.080 € |
| 5 Personen | 120–160 m² | 19.200–25.600 kWh | 1.600–2.133 kWh | 1.920–2.560 € |
| 6+ Personen | 150–200+ m² | 24.000–35.000 kWh | 2.000–2.917 kWh | 2.400–3.500 € |
*Verbrauchskosten bei 10 Ct/kWh, ohne Grundpreis.
Gasverbrauch im Einfamilienhaus vs. Wohnung
Bei gleicher Wohnfläche verbraucht ein freistehendes Einfamilienhaus deutlich mehr Gas als eine Wohnung im Mehrfamilienhaus. Der Grund ist simpel: Ein EFH hat mehr Außenwände, ein eigenes Dach und oft einen unbeheizten Keller – über all diese Flächen entweicht Wärme nach außen.
Eine Wohnung im Mehrfamilienhaus profitiert dagegen davon, dass die Nachbarn links, rechts, oben und unten ebenfalls heizen. Die Wand zum Nachbarn ist quasi eine „kostenlose Wärmequelle“.
| Wohnfläche | Wohnung im MFH (ca. 140 kWh/m²) | Einfamilienhaus (ca. 160 kWh/m²) | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 80 m² | 11.200 kWh | 12.800 kWh | +14 % |
| 100 m² | 14.000 kWh | 16.000 kWh | +14 % |
| 120 m² | 16.800 kWh | 19.200 kWh | +14 % |
| 150 m² | 21.000 kWh | 24.000 kWh | +14 % |
Innerhalb der Kategorie „Einfamilienhaus“ gibt es zusätzlich Unterschiede je nach Haustyp:
- Reihenmittelhaus: Niedrigster Verbrauch unter den EFH-Typen, weil nur zwei Außenwände frei liegen. Spart gegenüber einem freistehenden Haus rund 15–25 %.
- Reihenendhaus: Drei Außenwände – verbraucht ca. 10 % mehr als das Reihenmittelhaus.
- Doppelhaushälfte: Ähnlich wie Reihenendhaus – eine gemeinsame Wand mit dem Nachbarn, der Rest ist frei. Ca. 10–15 % weniger als ein freistehendes EFH.
- Freistehendes Einfamilienhaus: Höchster Verbrauch, weil alle vier Wände, das Dach und der Boden an die Außenluft grenzen.
Gasverbrauch nach Baujahr – Neubau vs. Altbau
Das Baujahr eines Gebäudes ist neben der Wohnfläche der zweitwichtigste Faktor für den Gasverbrauch. Der Grund: Ältere Gebäude sind in der Regel schlechter gedämmt, haben einfach verglaste Fenster und ineffizientere Heizungsanlagen. Seit den 1970er-Jahren haben sich die energetischen Anforderungen an Neubauten massiv verschärft.
| Baujahr / Gebäudetyp | Typischer Gasverbrauch pro m² und Jahr | Beispiel: 130 m² Einfamilienhaus | Geschätzte Kosten pro Jahr* |
|---|---|---|---|
| Unsanierter Altbau vor 1977 | 200–300 kWh/m² | 26.000–39.000 kWh | 2.600–3.900 € |
| Altbau 1978–2001 | 150–200 kWh/m² | 19.500–26.000 kWh | 1.950–2.600 € |
| Sanierter Altbau | 100–150 kWh/m² | 13.000–19.500 kWh | 1.300–1.950 € |
| Neubau ab 2002 (EnEV) | 80–120 kWh/m² | 10.400–15.600 kWh | 1.040–1.560 € |
| Neubau ab 2016 (EnEV 2016) | 50–80 kWh/m² | 6.500–10.400 kWh | 650–1.040 € |
| KfW-Effizienzhaus / Passivhaus | 15–40 kWh/m² | 1.950–5.200 kWh | 195–520 € |
*Verbrauchskosten bei 10 Ct/kWh, ohne Grundpreis.
Der Unterschied ist enorm: Ein unsanierter Altbau vor 1977 kann bis zu fünfmal so viel Gas verbrauchen wie ein modernes KfW-Effizienzhaus gleicher Größe. Bei einem 130-m²-Haus sind das jährliche Mehrkosten von bis zu 3.400 € – allein durch den schlechteren Dämmzustand.
Heizkosten pro Quadratmeter: Ist Ihr Verbrauch normal?

Um Ihren eigenen Gasverbrauch schnell einzuordnen, berechnen Sie Ihren Verbrauch pro Quadratmeter. Die Formel ist einfach:
Gasverbrauch pro m² = Jahresverbrauch in kWh ÷ Wohnfläche in m²
Vergleichen Sie das Ergebnis mit den folgenden Kategorien, die auf dem Heizspiegel für Deutschland basieren:
| Bewertung | Gasverbrauch pro m² und Jahr | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| 🟢 Niedrig (sparsam) | unter 100 kWh/m² | Gut gedämmtes Gebäude und/oder sparsames Heizverhalten. Sie liegen unter dem Durchschnitt. |
| 🟡 Durchschnittlich | 100–160 kWh/m² | Normaler Verbrauch für ein deutsches Wohngebäude. Kein akuter Handlungsbedarf, aber Sparpotenzial vorhanden. |
| 🟠 Erhöht | 160–200 kWh/m² | Überdurchschnittlicher Verbrauch. Ursachen prüfen: Dämmzustand, Heizverhalten, Heizungsalter. |
| 🔴 Zu hoch | über 200 kWh/m² | Deutlich zu hoch. Wahrscheinlich schlecht gedämmter Altbau und/oder veraltete Heizungsanlage. Maßnahmen dringend empfohlen. |
Rechenbeispiel: Sie wohnen in einem 120-m²-Einfamilienhaus und haben laut Gasrechnung 22.000 kWh pro Jahr verbraucht. Ihr Verbrauch pro Quadratmeter beträgt 22.000 ÷ 120 = 183 kWh/m². Das liegt im Bereich „erhöht“ und deutet auf Sparpotenzial hin – etwa durch bessere Dämmung oder einen Heizungscheck.
Wenn Sie Ihren Gasverbrauch auf Ihrer Rechnung nur in Kubikmetern (m³) finden, können Sie ihn mit unserem Gas Umrechner exakt in kWh umrechnen.
Energieausweis: Ihr Gebäude auf einen Blick einordnen
Der Energieausweis Ihres Gebäudes gibt den spezifischen Energieverbrauch oder -bedarf in kWh/(m²·a) an. Er ist beim Verkauf, bei der Vermietung und bei Neubauten gesetzlich vorgeschrieben. Die vereinfachte Einteilung:
- Effizient (A+ bis B): unter 75 kWh/m² – Neubauten und umfassend sanierte Gebäude.
- Durchschnittlich (C bis D): 75–130 kWh/m² – Gut gedämmte ältere Gebäude oder teilsanierte Häuser.
- Sanierungsbedürftig (E bis H): über 130 kWh/m² – Ältere, schlecht gedämmte Gebäude mit hohem Energieverbrauch und entsprechend hohen Heizkosten.
Wenn Sie den Energieausweis Ihres Gebäudes haben, können Sie den dort angegebenen Wert direkt mit den Kategorien in unserer Bewertungstabelle oben vergleichen.
Gasverbrauch Warmwasser vs. Heizung – wie verteilen sich die Anteile?
In den meisten Haushalten teilt sich der Gasverbrauch wie folgt auf:
- Raumheizung: ca. 85–90 % des gesamten Gasverbrauchs
- Warmwasserbereitung: ca. 10–15 % des gesamten Gasverbrauchs
Pro Person rechnet man mit etwa 600 bis 1.000 kWh pro Jahr für die Warmwasserbereitung über Gas. Bei einer 4-köpfigen Familie sind das 2.400 bis 4.000 kWh jährlich allein für Warmwasser.
Dieser Anteil ist relativ unabhängig von der Wohnfläche – er hängt vor allem von der Personenzahl und dem individuellen Dusch- und Badeverhalten ab. In Niedrigenergiehäusern verschiebt sich das Verhältnis deutlich: Da diese Gebäude kaum Heizenergie verlieren, kann der Warmwasseranteil auf bis zu 25–30 % des Gesamtverbrauchs steigen.
Tipp: Wird Ihr Warmwasser über einen elektrischen Durchlauferhitzer erzeugt (häufig in Mietwohnungen), fällt der Warmwasseranteil komplett aus Ihrem Gasverbrauch heraus. In dem Fall können Sie mit dem niedrigeren Richtwert von 140 kWh/m² rechnen statt 160 kWh/m².
Saisonale Schwankungen: Wann wird wie viel Gas verbraucht?
Der Gasverbrauch ist über das Jahr extrem ungleichmäßig verteilt. In den Wintermonaten wird der Großteil der Jahresenergie verbraucht, während im Sommer fast nur Warmwasser über die Gasheizung erzeugt wird.
| Zeitraum | Anteil am Jahres-Gasverbrauch | Was passiert |
|---|---|---|
| November – Februar | ca. 55–65 % | Kernheizperiode: Heizung läuft durchgehend |
| März, April, Oktober | ca. 25–30 % | Übergangszeit: Heizung wird je nach Wetter ein-/ausgeschaltet |
| Mai – September | ca. 5–15 % | Sommerperiode: Nur Warmwasser (falls über Gas) |
Das bedeutet: Ein einzelner Monatsverbrauch lässt sich nicht einfach auf das ganze Jahr hochrechnen. Wer im Januar 2.500 kWh verbraucht, wird im Juli vielleicht nur 200 kWh verbrauchen. Für eine zuverlässige Jahresschätzung nutzen Sie besser unseren Gasverbrauch Rechner oder lesen den Gaszähler über mindestens 12 Monate ab.
Warum ist mein Gasverbrauch zu hoch? – Die häufigsten Ursachen
Wenn Ihr berechneter Verbrauch pro Quadratmeter deutlich über 160 kWh/m² liegt, sollten Sie die folgenden Ursachen prüfen:

Schlechte Gebäudedämmung: In Altbauten ohne nachträgliche Dämmung entweicht ein großer Teil der Heizwärme über Wände, Dach und Fenster. Einfachverglaste Fenster oder ungedämmte Kellerdecken können den Gasverbrauch um 30–50 % erhöhen. Ein Blick in den Energieausweis zeigt, wie Ihr Gebäude dasteht.
Veraltete Heizungsanlage: Heizkessel, die älter als 15–20 Jahre sind, arbeiten häufig mit einem Wirkungsgrad von nur 70–80 %. Moderne Gas-Brennwertkessel erreichen bis zu 98 % Wirkungsgrad. Allein der Austausch einer alten Heizung kann den Verbrauch um 15–25 % senken.
Falsches Heizverhalten: Dauerhaft gekippte Fenster, überheitzte Räume oder ungenutzte Räume, die voll mitgeheizt werden, treiben den Verbrauch in die Höhe. Bereits 1 Grad weniger Raumtemperatur spart laut co2online rund 6 % Heizenergie.
Nicht entlüftete Heizkörper: Luft im Heizsystem verhindert die gleichmäßige Wärmeverteilung. Heizkörper, die oben kalt bleiben oder gluckern, sind ein typisches Zeichen und sollten vor jeder Heizsaison entlüftet werden.
Fehlender hydraulischer Abgleich: Wenn die Heizkörper im Haus nicht gleichmäßig mit Warmwasser versorgt werden, arbeitet die Heizung ineffizient. Ein hydraulischer Abgleich durch den Fachbetrieb kann den Verbrauch um 10–15 % senken.
Hoher Warmwasserverbrauch: Tägliches Baden statt Duschen kann den Gasverbrauch für Warmwasser verdoppeln. Ein Vollbad verbraucht etwa dreimal so viel Energie wie eine 5-Minuten-Dusche.
Ihren eigenen Gasverbrauch berechnen – so geht’s
Es gibt zwei Wege, Ihren Gasverbrauch zu ermitteln:
Methode 1: Schätzung nach Wohnfläche
Wenn Sie noch keine Verbrauchsdaten haben (z. B. bei einem Umzug), nutzen Sie die Faustformel:
Geschätzter Jahresverbrauch = Wohnfläche in m² × 160 kWh (mit Warmwasser über Gas)
Geschätzter Jahresverbrauch = Wohnfläche in m² × 140 kWh (ohne Warmwasser über Gas)
Unser Gasverbrauch Rechner nutzt diese Methode und verfeinert sie zusätzlich mit Gebäudetyp, Heizungsart und Personenzahl – für ein genaueres Ergebnis.
Methode 2: Exakte Berechnung über den Gaszähler
Für den exakten Verbrauch benötigen Sie Ihren Gaszählerstand. Die Formel lautet:
Gasverbrauch in kWh = Verbrauch in m³ × Brennwert × Zustandszahl
Brennwert und Zustandszahl finden Sie auf Ihrer letzten Gasrechnung. Als Faustregel gilt: 1 m³ Gas ≈ 10 kWh. Für eine exakte Umrechnung nutzen Sie unseren Gas Umrechner m³ in kWh.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ein normaler Gasverbrauch pro Jahr?
Ein normaler Gasverbrauch liegt bei 140 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr (nur Heizung) bzw. 160 kWh/m² (mit Warmwasserbereitung über Gas). Für eine 90-m²-Wohnung sind das rund 12.600 kWh pro Jahr, für ein 150-m²-Einfamilienhaus etwa 24.000 kWh. Diese Werte basieren auf Erhebungen des BDEW und des Heizspiegels für Deutschland.
Wie viel Gas verbraucht ein Einfamilienhaus im Durchschnitt?
Ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Deutschland mit 130 bis 150 m² Wohnfläche verbraucht zwischen 20.000 und 24.000 kWh Gas pro Jahr (inklusive Warmwasser). In einem gut gedämmten Neubau kann der Verbrauch auf 10.000–15.000 kWh sinken, während ein unsanierter Altbau vor 1977 auch 30.000–40.000 kWh verbrauchen kann.
Wie hoch ist der Gasverbrauch für 2 Personen?
Ein 2-Personen-Haushalt mit einer Wohnfläche von 60 bis 80 m² verbraucht durchschnittlich 9.600 bis 12.800 kWh Gas pro Jahr (mit Warmwasser über Gas). Das entspricht Kosten von etwa 960 bis 1.280 € pro Jahr bei einem Gaspreis von 10 Ct/kWh, zuzüglich Grundpreis.
Warum verbraucht ein Einfamilienhaus mehr Gas als eine Wohnung?
Ein freistehendes Einfamilienhaus hat mehr Außenflächen (vier Wände, Dach, Boden) als eine Wohnung im Mehrfamilienhaus. Über diese Flächen entweicht Wärme nach außen und die Heizung muss mehr arbeiten. Eine Wohnung, die von anderen beheizten Wohnungen umgeben ist, profitiert von der „Mitheizung“ durch die Nachbarn. Bei gleicher Wohnfläche verbraucht ein EFH daher rund 14 % mehr Gas als eine Wohnung im MFH.
Wie berechne ich meinen Gasverbrauch pro Quadratmeter?
Teilen Sie Ihren Jahresverbrauch in kWh (steht auf Ihrer Gasrechnung) durch Ihre Wohnfläche in m². Liegt das Ergebnis unter 100 kWh/m², ist Ihr Verbrauch niedrig. Zwischen 100 und 160 kWh/m² ist er durchschnittlich. Über 160 kWh/m² sollten Sie die Ursachen prüfen – etwa Dämmzustand, Heizungsalter oder Heizverhalten.
Wie viel Gasverbrauch ist normal für 4 Personen?
Eine 4-köpfige Familie verbraucht je nach Wohnfläche (typisch 100–130 m²) durchschnittlich 16.000 bis 20.800 kWh Gas pro Jahr inklusive Warmwasser. In einem Einfamilienhaus mit 150 m² können es auch 24.000 kWh sein. Bei Familien mit Kleinkindern liegt der Warmwasseranteil oft über dem Durchschnitt.
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Quellen: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Heizspiegel für Deutschland 2025 (co2online), Statistisches Bundesamt. Alle Verbrauchswerte sind Durchschnittswerte und können im Einzelfall abweichen.