Eine Gastherme verbraucht in einer 70-m²-Wohnung durchschnittlich rund 11.200 kWh Gas pro Jahr, eine Gasheizung im 150-m²-Einfamilienhaus etwa 24.000 kWh (jeweils inklusive Warmwasser). Ob Ihre Heizung im normalen Bereich liegt, hängt aber nicht nur von der Wohnfläche ab – sondern vor allem vom Alter und Typ des Geräts. Eine alte Konstanttemperatur-Therme kann bei gleicher Wohnung 20–30 % mehr Gas verbrauchen als eine moderne Brennwerttherme.
Auf dieser Seite finden Sie die Richtwerte für Gasthermen und Gasheizungen nach Wohnfläche, Gerätetyp und Heizungsalter – und fünf Warnsignale, an denen Sie erkennen, ob Ihre Heizung zu viel verbraucht.
Tipp: Wenn Sie Ihren voraussichtlichen Verbrauch individuell schätzen möchten, nutzen Sie unseren Gasverbrauch Rechner – dort fließt die Heizungsart direkt in die Berechnung ein.
Wie viel Gas verbraucht eine Gastherme pro Jahr?
Der Verbrauch einer Gastherme richtet sich in erster Linie nach der beheizten Wohnfläche. Als Faustregel gelten 140 kWh pro Quadratmeter und Jahr (nur Heizung) bzw. 160 kWh/m², wenn die Therme auch das Warmwasser erzeugt – was bei Etagenthermen in Wohnungen der Regelfall ist.
| Wohnfläche | Gastherme nur Heizung | Gastherme mit Warmwasser | Verbrauch pro Monat (Ø)* |
|---|---|---|---|
| 40 m² | 5.600 kWh | 6.400 kWh | ca. 533 kWh |
| 55 m² | 7.700 kWh | 8.800 kWh | ca. 733 kWh |
| 70 m² | 9.800 kWh | 11.200 kWh | ca. 933 kWh |
| 85 m² | 11.900 kWh | 13.600 kWh | ca. 1.133 kWh |
| 100 m² | 14.000 kWh | 16.000 kWh | ca. 1.333 kWh |
| 120 m² | 16.800 kWh | 19.200 kWh | ca. 1.600 kWh |
*Rechnerischer Monatsdurchschnitt. Der tatsächliche Verbrauch verteilt sich sehr ungleich: In den Wintermonaten fällt ein Vielfaches des Sommerverbrauchs an.
Diese Werte gelten für ein durchschnittlich gedämmtes Gebäude mit einer Therme in normalem Betriebszustand. Wie sich der Verbrauch zusätzlich nach Personenzahl und Baujahr des Gebäudes unterscheidet, zeigt unser Ratgeber zum durchschnittlichen Gasverbrauch in Deutschland – auf dieser Seite konzentrieren wir uns auf das, was das Heizgerät selbst ausmacht.
Gasheizung Verbrauch im Einfamilienhaus
Im Einfamilienhaus arbeitet statt der kompakten Etagentherme meist ein Gaskessel im Keller oder eine wandhängende Therme mit separatem Warmwasserspeicher. Der Verbrauch liegt höher als in der Wohnung gleicher Größe, weil ein freistehendes Haus über Dach, Außenwände und Boden mehr Wärme verliert.
Richtwerte für die Gasheizung im Einfamilienhaus (inklusive Warmwasser):
| Hausgröße | Gasverbrauch pro Jahr | Einordnung |
|---|---|---|
| 100 m² | ca. 16.000 kWh | Kleines EFH oder Reihenhaus |
| 130 m² | ca. 20.800 kWh | Durchschnittliches EFH |
| 150 m² | ca. 24.000 kWh | Typisches Einfamilienhaus |
| 180 m² | ca. 28.800 kWh | Großes EFH |
| 200 m² | ca. 32.000 kWh | Sehr großes EFH |
Liegt Ihr tatsächlicher Verbrauch deutlich über diesen Werten, lohnt sich der Blick auf zwei Verdächtige: den Dämmzustand des Gebäudes – und das Alter der Heizung selbst. Letzteres wird oft unterschätzt und ist das Thema des nächsten Abschnitts.
Verbrauch nach Heizungsalter und Gerätetyp: Alte Therme vs. Brennwert
Zwei identische Häuser, zwei unterschiedliche Gasrechnungen – der Unterschied steckt oft im Heizungskeller. Ältere Gasheizungen verlieren einen erheblichen Teil der Energie ungenutzt über das Abgas, moderne Brennwertgeräte holen genau diese Wärme zurück.
| Gerätetyp | Typisches Alter | Wirkungsgrad | Mehrverbrauch ggü. Brennwert | Beispiel: 130-m²-EFH |
|---|---|---|---|---|
| Konstanttemperaturkessel | vor 1990 | 70–80 % | +25–35 % | 26.000–28.000 kWh |
| Niedertemperaturkessel | 1990–2005 | 80–90 % | +10–20 % | 23.000–25.000 kWh |
| Brennwerttherme / -kessel | ab ca. 2005 | bis 98 % | – (Referenz) | 20.800 kWh |
Der Grund für den Unterschied: Ein Brennwertgerät kühlt die Abgase so weit ab, dass der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert – und nutzt die dabei frei werdende Wärme zusätzlich. Bei alten Kesseln entweicht diese Energie ungenutzt durch den Schornstein. Ob bei Ihnen ein Brennwertgerät arbeitet, erkennen Sie am Abgasrohr aus Kunststoff und einem Kondensatablauf (kleiner Schlauch am Gerät).
Wichtig für die Einordnung: Das Heizungsalter erklärt einen zu hohen Verbrauch nur teilweise. Ein 130-m²-Altbau mit neuer Brennwerttherme kann trotzdem mehr verbrauchen als ein gut gedämmter Neubau mit älterem Kessel – Gerät und Gebäude wirken immer zusammen.

Verbraucht meine Gastherme zu viel? 5 Warnsignale
Ihren exakten Verbrauch ermitteln Sie über den Gaszähler: aktueller Stand minus Vorjahresstand, umgerechnet in Kilowattstunden – am einfachsten mit unserem Gas Umrechner m³ in kWh. Doch auch ohne Zahlen gibt es Anzeichen, dass Ihre Therme mehr Gas verbraucht als nötig:
1. Die Therme taktet. Schaltet das Gerät in kurzen Abständen ständig ein und aus (mehrmals pro Stunde hörbar), ist es meist überdimensioniert oder falsch eingestellt. Jeder Start verbraucht überproportional viel Gas – wie ein Auto im Stop-and-go-Verkehr.
2. Die Vorlauftemperatur ist zu hoch eingestellt. Steht der Vorlauf dauerhaft auf 70–80 °C, obwohl 55–60 °C reichen würden, verschenkt die Therme Energie – Brennwertgeräte erreichen ihren hohen Wirkungsgrad sogar nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen.
3. Das Gerät ist älter als 15 Jahre. Ab diesem Alter sinkt der Wirkungsgrad spürbar, Verschleißteile arbeiten ungenauer, und es handelt sich fast immer noch um Niedertemperatur-Technik.
4. Der Verbrauch steigt bei gleichem Verhalten. Wenn Ihre Jahresabrechnung Jahr für Jahr mehr kWh ausweist, ohne dass sich Wohnsituation oder Heizverhalten geändert haben, arbeitet die Anlage zunehmend ineffizient – häufige Ursachen sind Verkalkung, verschlissene Brenner oder Luft im System.
5. Die Flamme brennt gelb statt blau. Eine gelbliche, flackernde Flamme (sichtbar durch das Schauglas) deutet auf unvollständige Verbrennung hin. Das kostet nicht nur Gas, sondern kann auch gefährlich sein – in diesem Fall zeitnah den Fachbetrieb rufen.

Treffen mehrere Punkte zu, ist eine Wartung oder Neueinstellung fast immer wirtschaftlicher als das Weiterlaufenlassen. Was die einzelnen Maßnahmen kosten und bringen – von der jährlichen Wartung über den hydraulischen Abgleich bis zum Kesseltausch – haben wir im Ratgeber Gasverbrauch senken ausführlich aufgeschlüsselt.
Was kostet der Verbrauch einer Gastherme?
Bei einem durchschnittlichen Gaspreis von rund 10–11 Cent pro kWh ergeben sich für typische Thermen-Haushalte folgende Größenordnungen: Eine 70-m²-Wohnung mit 11.200 kWh zahlt etwa 1.150–1.300 € pro Jahr, ein 150-m²-Einfamilienhaus mit 24.000 kWh rund 2.400–2.800 € – jeweils zuzüglich Grundpreis. Die genauen Kosten mit Ihrem individuellen Arbeitspreis und Grundpreis ermitteln Sie in unserem Gaskosten Rechner.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Gas verbraucht eine Gastherme pro Tag?
Im Jahresdurchschnitt sind es bei einer 70-m²-Wohnung rund 30 kWh pro Tag – die Spanne reicht aber von 5–10 kWh an einem Sommertag (nur Warmwasser) bis zu 60–80 kWh an einem kalten Wintertag. Ein einzelner Tageswert sagt deshalb wenig aus; aussagekräftig ist erst der Jahresverbrauch.
Ist eine alte Gastherme ein Gasfresser?
Häufig ja. Konstanttemperaturkessel von vor 1990 verbrauchen 25–35 % mehr Gas als eine moderne Brennwerttherme, Niedertemperaturgeräte immerhin noch 10–20 % mehr. Bei einem Einfamilienhaus summiert sich das schnell auf 400–700 € Mehrkosten pro Jahr.
Wie viel verbraucht eine Brennwerttherme?
Eine Brennwerttherme verbraucht bei durchschnittlicher Dämmung etwa 140–160 kWh pro m² Wohnfläche und Jahr – das ist der Referenzwert, auf dem auch die Tabellen auf dieser Seite basieren. Gegenüber alten Kesseln spart sie 10–30 %, weil sie die Abgaswärme zusätzlich nutzt.
Verbraucht eine Gastherme auch im Sommer Gas?
Ja, wenn sie das Warmwasser bereitet – dann laufen typischerweise 5–15 % des Jahresverbrauchs in den Sommermonaten an. Heizt die Therme nur (Warmwasser läuft elektrisch), sollte der Sommerverbrauch praktisch bei null liegen. Ein deutlicher Sommerverbrauch ohne Gas-Warmwasser ist ein Warnsignal.
Quellen: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Heizspiegel für Deutschland (co2online), Verbraucherzentrale.